Egemen Kurt

Biografie

Egemen Kurt (*2002, Izmir) ist ein in Graz lebender Komponist für Orchester-, Kammer- und Vokalmusik.

Seine Werke spiegeln einen sich stetig wandelnden Bewusstseinsstrom wider, vergleichbar mit der komplexen Dynamik zwischen einer Bildhauerin oder einem Bildhauer und der eigenen Skulptur. Dieser künstlerische Strom entfaltet sich nahtlos: unvorhersehbare, instabile, konzentrierte, vibrierende, obsessive und oszillierende Urgesten sowie erwartungsdurchbrechende, lebendige, dynamische und pulsierende Momente gehen fließend in immersive, atmosphärische Räume über.
Innerhalb der fesselnden Überraschungen dieser musikalischen Erzählung integriert er furchtlos historische Bezüge, die mit einem Schlag Humor vermitteln und zugleich eine groteske, brutale und gotische Note tragen, wodurch seinen Arbeiten zusätzliche Ebenen von Spannung und Vergnügen verliehen werden.
Eingebettet in die imaginative Form der Musik dient die bewusste Einbringung von Spannung und Oszillation, inspiriert von antiken griechischen Intrigen, der Hervorhebung meta-narrativer und evocativer Elemente. Dieser Prozess der Mehrdeutigkeit und des Strömens bestätigt sowohl die künstlerische Integrität als auch die dem Kontext innewohnende Spontaneität – insbesondere dann, wenn das Werk schließlich seinen größeren Zusammenhang offenbart und vom Publikum angenommen wird.

Nach seinem Studium der klassischen Gitarre an der Manisa Fine Arts High School studierte er Komposition und Instrumentation bei Uğurcan Öztekin. Von 2021 bis 2022 studierte er Komposition bei Mehmet Ali Uzunselvi am Staatlichen Konservatorium der Universität Kocaeli. Seit 2022 studiert Kurt Komposition bei Beat Furrer und Franck Bedrossian an der Kunstuniversität Graz. Zusätzlich nahm er an Meisterklassen von Salvatore Sciarrino, Stefano Gervasoni, Francesco Filidei, Mark Andre, Pierluigi Billone, Johannes Maria Staud, Jérôme Combier, Dieter Ammann und Unsuk Chin teil.

Als Gewinner des Ersten Preises des 16. Pablo-Sarozobal-Streichquartett-Kompositionswettbewerbs für sein Werk Loquela Codex, Streichquartett Nr. 1 wurde Kurt in zahlreichen Wettbewerben und Call-for-Scores-Programmen ausgewählt, darunter der Jaca Composition Competition (USA, 2021), der Bilgi University New Music Festival Call for Scores (Türkei, 2021), der 17. Sun River Prize New Music Composition Competition (China, 2021), ICE Week Call for Scores (Deutschland, 2022), Resis Festival Call for Scores (Spanien, 2022), Yaşar University New Music Days Call for Scores (Türkei, 2022) sowie Impuls Festival Call for Scores (Österreich, 2025) und aspekteFESTIVAL / Ö1 Salzburg Call for Scores (Österreich, 2025).

Seine Musik wurde in Italien, den Niederlanden, Spanien, Österreich, der Schweiz, Rumänien und der Türkei bei Konzerten und Festivals wie dem Bilgi University New Music Festival, den Yaşar University New Music Days, dem Resis Festival, dem Sesin Yolculuğu Young Composers Festival 2022 und 2023 (Türkei), dem Donostiako Musika Hamabostaldia Festival 2022, ISCM Avant-Garde 100, dem Lucerne Festival 2025, Impuls – 9. Festival für zeitgenössische Musik 2025, dem Remus-Georgescu-Festival – Timișoara 2025 sowie beim Abschlusskonzert der Accademia Chigiana 2022 aufgeführt.
Kurts Werke wurden von führenden Ensembles, Interpret:innen und Dirigent:innen wie Ensemble Oerknal, Arxis Ensemble, Cantando Admont, Quartetto Prometeo, Quartetto Maurice, Ensemble Handwerk, Ensemble N, Airborne Extended, UMS ’n JIP, Ensemble Reconsil Wien, Duo Ovocutters, Anatolian Wind Quintet, Quatuor Diotima, Ensemble PHACE, IEMA Ensemble 2024/25 sowie von Gregory Charette, Cordula Bürgi, Jasper Lecon, Beat Furrer, Matteo Cesari und Jon Svinghammar interpretiert.

egemen-kurt.com