Peter Ablinger

Peter Ablinger @ Siegrid Ablinger

Biografie

„Die Klänge sind nicht die Klänge! Sie sind da, um den Intellekt abzulenken und die Sinne zu besänftigen. Nicht einmal das Hören ist das Hören: Das Hören ist das, was mich selbst erschafft.“ Geboren 1959 im österreichischen Schwanenstadt, ist Peter Ablinger 2025 in seiner Wahlheimat Berlin verstorben. Nach einem Grafikstudium in Linz, Jazzklavier an der damaligen Musikhochschule Graz, nahm er ab 1979 privaten Kompositionsunterricht bei Gösta Neuwirth in Graz, parallel dazu bis 1982 auch bei Roman Haubenstock-Ramati in Wien. Seit 1982 arbeitete Peter Ablinger als freischaffender Komponist. 1988 gründete er das Ensemble Zwischentöne, für dessen Arbeiten die Auseinandersetzung mit unüblichen Instrumenten, Spielorten, Aufführungspraktiken und Notationsformen paradigmatisch sind. Seine Werke wurden bei Festivals wie Wien Modern, Donaueschinger Musiktage, HCMF, Holland Festival Amsterdam, Biennale di Venezia, Resistance Fluctuations Los Angeles, Wet Ink Portrait Series New York und Shanghai Biennale aufgeführt. Über 40 CD-Veröffentlichungen widmen sich seinem Schaffen. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit initiierte und leitete er etliche Festivals. Gemeinsam mit Bernhard Lang, Klaus Lang, Nader Mashayekhi und Siegwald Ganglmair gründete er den Verlag Zeitvertrieb Wien/Berlin. Von 2012 bis 2017 war er als Forschungsprofessor an der Huddersfield University tätig. Peter Ablinger wurde u. a. mit dem Förderpreis der Akademie der Künste Berlin (1998), einem Stipendium der Villa Aurora Los Angeles (2001), dem Andrzej-Dobrowolski-Kompositionspreis für das Lebenswerk (2008), dem Deutschen Klangkunstpreis (2010) sowie dem Österreichischen Kunstpreis (2020) ausgezeichnet. 2012 wurde er zum Mitglied der AdK Berlin ernannt, die im selben Jahr das Peter-Ablinger-Archiv eröffnete.

ablinger.mur.at

Werkbeschreibung

Regenstück

Ein Stück mit 6 Click-Tracks. Jede Spielerin / jeder Spieler folgt einem eigenen Puls. Es ist sowohl für 6 Nicht-Perkussionist:innen möglich, als auch für 3 Perkussionist:innen, die jeweils einem Click-Track folgen und die zusätzliche Stimme durch räumliches Lesen ergänzen.

Das Stück arbeitet mit Mikrorhythmen und der räumlichen Lokalisierung ähnlicher Klänge. Ein Werk in 6 Stimmen, von denen jede an ein einsetzendes Regenereignis erinnert.

Die Instrumentierung ist frei. Zum Beispiel: ein Stück Fliese oder Ziegel sowie ein Stück Holz. Der Ziegel (oder die Fliese) wird sanft mit einem Schlägel angeschlagen, das Holz mit einer Bürste. Nur die 6. Spielerin / der 6. Spieler hat ein drittes Instrument: etwas Tiefes und Resonantes, etwa eine große Trommel. Die Partitur schlägt weitere Möglichkeiten vor – sogar eine Version für 6 Klaviere. (Peter Ablinger)