Keine Events mehr verpassen
Graciela Paraskevaídis (Buenos Aires, Argentinien, 1940 – Montevideo, Uruguay, 2017) absolvierte ihr Studium am Nationalkonservatorium für Musik in Buenos Aires. Sie war Stipendiatin des Zentrums für Höhere Musikalische Studien (CLAEM) des Instituto Torcuato Di Tella in derselben Stadt und anschließend des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Freiburg. Sie lebte in Berlin als Gast des Künstlerprogramms des DAAD (1984) sowie in Stuttgart als Gast der Akademie Schloss Solitude (1998).
Für die Lehren und Anregungen zur Komposition dankte sie Roberto García Morillo, Iannis Xenakis und Gerardo Gandini; zugleich betrachtete sie sich als verpflichtet den ethischen Vorbildern von Edgar Varèse, Silvestre Revueltas und Luigi Nono.
Ihre Kompositionen wurden mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet (u. a. von der Asociación Argentina de Compositores, der Stadtverwaltung von Buenos Aires, der Akademie der Künste Berlin) und in Deutschland, Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kanada, Chile, Kolumbien, Südkorea, Kuba, Schottland, Spanien, den Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Mexiko, Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Türkei, Uruguay und Venezuela aufgeführt.
Ein Teil ihres Schaffens wurde auf mehreren Tonträgern veröffentlicht, die in Deutschland, Bolivien, Brasilien und Uruguay erschienen sind. Drei davon sind monografisch: magma (neun Kompositionen, 1996) und libres en el sonido(sieben Kompositionen, 2003) beim Label Tacuabé in Montevideo sowie libres en el sonido (Deutschland, Wergo, 2019), posthum erschienen, eingespielt vom Ensemble Aventure.
Als Pädagogin entfaltete sie eine umfangreiche private Lehrtätigkeit und war zwischen 1985 und 1992 auch an der Escuela Universitaria de Música der Universidad de la República tätig. Sie hielt Seminare und Vorträge in zahlreichen Ländern und wurde als Jurorin zu nationalen und internationalen Kompositionswettbewerben eingeladen. Wie ihr Lebensgefährte Coriún Aharonián leitete sie Workshops und Seminare im gemeinsamen Studio und Archiv im Parque Posadas.
Sie verfasste zahlreiche Essays über zeitgenössische lateinamerikanische Musik und arbeitete regelmäßig für Pauta, die Revista Musical Chilena, MusikTexte sowie das Nachschlagewerk Komponisten der Gegenwart. Von 1990 bis 2000 war sie Mitherausgeberin der World New Music Magazine, des Jahrbuchs der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM); außerdem war sie Herausgeberin der Website www.latinoamerica-musica.net, die der Verbreitung von Texten von und über aktuelle lateinamerikanische Musik gewidmet ist.
Sie gehörte zum Organisationsteam der Lateinamerikanischen Kurse für Zeitgenössische Musik (CLAMC) und war Mitglied des Núcleo Música Nueva de Montevideo (NMN) sowie der Sociedad Uruguaya de Música Contemporánea (SUMC). 1975 ließ sie sich in Uruguay nieder und lebte bis zu ihrem Tod im Februar 2017 in Montevideo.
Sie ist Autorin der Bücher La obra sinfónica de Eduardo Fabini (Montevideo, Ediciones Trilce, 1992) und Luis Campodónico, compositor (Montevideo, Ediciones Trilce, 2000) sowie Herausgeberin von Hay que caminar sonando. Escritos, ensayos, entrevistas. Cergio Prudencio (La Paz: Fundación Otro Arte, 2010) und Jorge Lazaroff. Escritos(Montevideo, Tacuabé, 2014). Aus dem Deutschen übersetzte sie zahlreiche Artikel sowie das Buch Die Zeichen Schönbergs von Jean-Jacques Dünki (Caracas, Monte Ávila, 2005).
1994 verlieh ihr das Goethe-Institut München die Goethe-Medaille, und 2006 erhielt sie den Morosoli-Preis der Fundación Lolita Ruibal (Uruguay).