Florian Kindlinger

Florian Kindlinger © privat
Florian Kindlinger © privat

Biografie

Geboren 1984 in Salzburg. Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität Wien, Elektrotechnik an der TU Wien, Computermusik an der Universität für Musik u.d.K Wien, Multi Media Art (Schwerpunkt Sound) an der FH Salzburg. Dissertation an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Diedrich Diederichsen zm Thema Sonische Heterotopien. 2007 Diplom Computermusik. 2011 Diplom Multi Media Art. 2023 Promotion. Seit 2008 freischaffend tätig. Arbeitet als Musiker, Toningenieur und Filmemacher in Salzburg und Wien. Realisation zahlreicher Projekte in den Bereichen Experimenteller Musik / Film / Klangregie / Sounddesign. Künstlerischer und theoretischer Fokus auf unorthodoxe Klangforschung, Noise, Field-Recordings sowie die Domäne abseits der menschlichen Wahrnehmung. Zusammenarbeit mit diversen Künstler:innen aus den Bereichen Komposition, Klangkunst, Film, Theater, Performance und Hörspiel; u.a. mit Peter Kutin, Christina Kubisch, Nikolaus Geyrhalter, God’s Entertainment, Philipp Gehmacher, Reinhold Schinwald, Björn Kaemmerer. Auftragsarbeiten für Ö1, WDR, SWR.

Werkbeschreibung

Das Erhabene & Finale für Stimme und Live-Elektronik (2026, UA)
Text: Stefan Schmitzer

Die beiden Kompositionen Das Erhabene und Finale entstehen in enger Kopplung von Text, Stimme und Klangraum. Ausgangspunkt der Klangarbeit ist die gesprochene Sprache als materielles wie formales Ausgangsmaterial. Aus ihr entwickeln sich zeitliche, rhythmische und räumliche Strukturen, die den Verlauf der Stücke bestimmen. Inhaltliche und semantische Aspekte des Textes werden dabei auf gestalterischer Ebene aufgegriffen und transformiert, sodass Text und Klang in eine wechselseitige Beziehung treten. Stimme, klangliche Schichtungen und Geräusche stehen in einem kontrapunktischen Verhältnis, in dem sich Bedeutungs-, Material- und Wahrnehmungsebenen gegenseitig beeinflussen. Die Kompositionen organisieren damit nicht nur musikalische Abläufe, sondern auch Hörpositionen: Räumliche, mediale und zeitliche Verschiebungen lassen Nähe und Distanz, Orientierung und Desorientierung sowie Beobachtung und Involvierung kontinuierlich ineinander übergehen. Auf diese Weise entsteht ein mehrdimensionaler Spannungsbogen, in dem Text, Klang und die subjektive Wahrnehmung der Zuhörer:innen als integrierter kompositorischer Prozess erfahrbar werden. (Florian Kindlinger)