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Towards a Brighter Hue – NAMES

4. März | 19:00 - 19:55

Foto: NAMES: New Art and Music Ensemble Salzburg
© Andreas Hechenberger


Programm

Maja Osojnik, „Doorways 7“ (2020, UA)
Cathy van Eck, „Wings“ für 3 Performers und Electronics (2007–2008)
Johannes Maria Staud, „Towards a Brighter Hue“ (2004)
Lorenzo Troiani, „Hold the dark“ (UA)*
Malin Bång, „Structures of Molten Light“ (1998)

* gefördert durch das BMKOES 


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Mitwirkende

NAMES – New Art and Musik Ensemble Salzburg:

Alexandra Lampert-Raschké, Gesang
Alexander Bauer, E-Orgel
Marco Döttlinger, Elektronik
Marina Iglesias Gonzalo, Flöten
Matthias Leboucher, Klavier
Anna Lindenbaum, Violine
Špela Mastnak, Schlagwerk
Leo Morello, Violoncello
Marco Sala, Klarinetten
Armando Merino, Dirigent


Cathy van Eck

Die Niederländerin Cathy van Eck ist Komponistin und Klangkünstlerin. In ihre Performances und Installationen komponiert sie Beziehungen zwischen Alltagsobjekten und Menschen, die sie oft mit Hilfe von live-elektronischen Verfahren gestaltet. Sie studierte am Königlichen Konservatorium in Den Haag und an der Universität der Künste Berlin und promovierte zum Thema „Mikrofonen und Lautsprecher als Musikinstrumente“ an der Universität Leiden. Sie performt ihre Arbeiten weltweit an zahlreichen Festivals. Über „Wings“ schreibt sie: „Wings wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts zusammen mit zwei weiteren DocARTES-Doktoranden, Paul Craenen und Juan Sebastian Lach Lau, entwickelt. Das Forschungsprojekt konzentrierte sich auf die Möglichkeiten der akustischen Rückkopplung in Kombination mit digitaler Signalverarbeitung. Jede Aufführung untersucht eine spezifische Verwendung von Körpern, Objekten oder Instrumenten als Schallresonatoren oder Dämpfer, mit denen die Rückkopplungsschleifen manipuliert werden können. Es entsteht eine metamusikalische Umgebung, in der Klangtexturen, Körperhaltungen, technische Aktionen und räumliche Positionen interagieren und sich gegenseitig kommentieren.“

 

 

Malin Bång © Peter Cederling

 

„Der Zweck der Musik ist, Bewegung in hörbarer Form zu repräsentieren“, meint die 1974 in Schweden geborene, in Stockholm lebende Komponistin Malin Bång, die mit diesen Worten auch ihren schöpferischen Grundimpuls beschreibt. Ihre Arbeit umfasst Musik für Ensembles, Orchester, inszenierte Musik, elektronische Musik und Performance-Stücke. Bång abstrahiert in ihren Werken Bewegungen als zentrale körperliche Funktionen und montiert Geräusche und Klangobjekte zu bizarren akustischen Erlebniswelten. In Kobushi Burui von 2012 zum Beispiel bannte sie den physischen Zustand eines altjapanischen Kriegers, der sich auf den Kampf vorbereitet, in Töne. Im diesmal erklingenden Stück, „Structures of molten light“ (Strukturen geschmolzenen Lichts), aus dem Jahr 2009 unterzog sie eigens aufgezeichnete ‚field recordings‘ mit Straßengeräuschen aus verschiedenen Großstädten einer musikalischen Analyse, um sie in verfremdete, hoch erregte und latent bedrohliche Instrumentalklänge zu verwandeln.

 

 

 

 

 

Lorenzo Troiani

 

Lorenzo Troiani, an allen Künsten interessierter Musiker, ist auch graduierter und aktiver Philosoph. Derzeit setzt er sich intensiv mit der Post-Nietzsche-Ära und den Vorsokratikern auseinander. Der aus Rom stammende Kompositionsschüler von Salvatore Sciarrino und Clemens Gadenstätter schreibt zu seinem neuen Stück „Hold the dark“: „Was passiert, wenn wir mit den Überresten eines Instruments arbeiten? Nur mit seinen Ruinen? Wie nach einer Explosion? Was passiert, wenn wir versuchen, ein Lied über diese Überreste zu singen? Nach der Detonation? „Hold the dark“ ist das dritte Stück eines Zyklus mit dem Titel Chronicles of the afterbomb und entwickelt eine spezifische Klangwelt, die aus den Ruinen, den Resten hervorgeht und zeigt, wie reich sie sein können.“. Das Stück wurde vom Bundeskanzleramt Österreich (Sektion Kunst und Kultur) finanziert und vom NAMES Ensemble und dem aspekteFESTIVAL in Auftrag gegeben.

 

 

 

Maja Osojnik
© Udo Siegfriedt

Maja Osojnik aus Slowenien lebt in Salzburg und ist freischaffende Komponistin, Klangkünstlerin, Sängerin und frei improvisierende Musikerin, die sich in ihrem facettenreichen Schaffen verschiedenster klanglicher Mittel wie beispielsweise Stimme, Paetzold-Bass, Field Recordings, CD Player, Radios, 23 Effektpedale, Kassettenspieler und anderen elektronischen Lo-Fi-Musikinstrumenten jedweder Herkunft bedient. Zu ihrem Stück „Doorways 7“ schreibt sie: „Es gehört der Serie von grafischen Partituren an, die ich über Jahre für verschiedene Besetzungen gestaltet habe. Die grafische Komposition „Doorways“ gibt zwar klare und deutliche Aufgaben an, lässt aber eine Art ‚freien’ Raum, wann und wie die Kommunikation stattfindet. Die Komposition konzentriert sich auf zwei Elemente: Ihre eigene Pfadkonfiguration und die so genannten Treffpunkte, an denen sich die Pfade treffen und Musiker*innen die Aufgabe gemeinsam spielen bzw. erarbeiten. Das Klang- bzw. Geräusch-Material ist festgelegt, die Wege auch. Das Ensemble entscheidet gemeinsam, wann es diese Treffpunkte betritt und wie lange sie diese spielt. Alle Musiker*innen entscheiden einzeln, aber als Teil des Kollektivs, die Gestaltung innerhalb ihrer Wege – zum Beispiel, wie dicht und im welchen Verhältnis zum Ganzen sie das Material spielen, lässt man ein Metrum zu oder nicht. Ich möchte mit dieser Art Komposition den Fokus auf diverse Aspekte legen, wie: Die Verantwortung und das Verhältnis von Individuum und Kollektiv, nichts versus, sondern miteinander. Die Frage der freien Gestaltung, das Verhältnis zwischen Interpretation und Improvisation im vorgegebenem Rahmen, die eine grafische Partitur per se mit sich bringt. Das Ensemble bekommt also die Aufgabe, interpretierend das klar definierte Material zu spielen, und improvisatorisch / kompositorisch die Komposition als Endresultat gemeinsam zu entscheiden, zu gestalten. Durch die frei improvisatorischen Elemente wird „Doorways“ somit zu einer virtuellen, beweglichen Konstruktion, die sich in einer ständigen Metamorphose befindet. Als Inspiration dafür dient der Film Cube von Vincenco Natali aus dem Jahr 1997.“

 

Johannes Maria Staud © Miri Huh

Johannes Maria Staud über sein Werk „Towards a Brighter Hue“: „Dieses Werk entstand von Juni bis September 2004 im Anschluss an mein abendfüllendes Musiktheaterwerk Berenice. Eine rhythmisch prägnante kleine Keimzelle, die in der Oper von der Kontrabassklarinette eingeführt wurde, wird hier nach einer kurzen Introduktion wieder aufgegriffen, jedoch völlig anders (wesentlich dramatischer) weiterentwickelt. Natürlich waren gleich von Anfang an auch die spezifischen Charakteristika und Möglichkeiten der Violine der Grund, warum aus dieser Keimzelle so völlig andere Implikationen gezogen werden. Nach den größtenteils sehr heftigen und ständig vorwärtstreibenden ersten zwei Dritteln des Werkes, tritt der Schlussabschnitt nicht allein durch das Einführen von Mikrointervallik in eine durch introvertiertere und lichtere Farbgebung geprägte neue Phase ein. Dieses Werk ist Annette Bik und Ernst Kovacic, die mir mit ihrem geigerischen Rat zur Seite standen, in Dankbarkeit gewidmet und wurde durch die Holzskulpturen des englischen Künstlers David Nash (*1945), die ich bei einer Ausstellung in der Tate St. Ives entdeckte, angeregt.

 

 

 

NAMES (New Art and Music Ensemble Salzburg) wurde 2014 gegründet. Die 10 Mitglieder des demokratischen Kollektivs kommen aus sieben europäischen Ländern, sehen sich selbst als experimentelles Labor für neue Ideen und Klänge und haben als Ziel, verschiedene Wege und Formen der Neuen Musik zu zeigen, oft in Verbindung mit Performance, Tanz, Visual Arts, Literatur und anderen künstlerischen Ausdrucksformen. Ein spezielles Interesse gilt der Integration elektronischer Sounds in den Ensembleklang. Trotz der noch kurzen Geschichte hat NAMES schon bei namhaften Festivals der Avantgarde in Europa gastiert.

 

In Kooperation mit 

Details

Datum:
4. März
Zeit:
19:00 - 19:55
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

ONLINE

Veranstalter

aspekteSALZBURG
E-Mail:
office@aspekte-salzburg.com
Website:
www.aspekte-salzburg.com