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Bernhard Lang wurde 1957 in Linz geboren. Zunächst studierte er am Bruckner-Konservatorium seiner Heimatstadt Musik, ab 1975 dann Komposition, Klavier, Jazztheorie und Harmonielehre an der Kunstuniversität Graz sowie Philosophie und Germanistik an der dortigen Karl-Franzens-Universität. Er war u. a. Composer in residence am Theater Basel (2007/2008) und „Capell-Compositeur“ der Sächsischen Staatskapelle Dresden (2008/2009).
Früh setzte er sich mit elektronischer Musik und Computertechnologie auseinander. Am IEM Graz entwickelte er die Software CADMUS in C++ für computergestützte Komposition.
Als einer der renommiertesten zeitgenössischen Komponisten seiner Generation schrieb Bernhard Lang zahlreiche Partituren für beinahe jedes Genre – ob verschieden groß besetzte Kammermusik, Ensemble-, Chor- und Orchesterwerke, digitale Kompositionen/elektronische und computergenerierte Musik, Remixes, Klanginstallationen und Jazz, Rock, Punk, Techno oder Filmmusik, Hörspiele, Theatermusik, Tanz und Musiktheater.
Bernhard Lang wurde zunächst bekannt durch die Beschäftigung mit dem Phänomen der „Wiederholung“. Sein Werkzyklus Differenz/Wiederholung (DW) mit mittlerweile 39 Einzelwerken basiert auf der philosophischen Arbeit Gilles Deleuzes und begegnet dieser musikalisch mit DJ-Techniken wie loops und scratching. Soziokulturelle und gesellschaftskritische Fragen (Das Theater der Wiederholungen, 2003) werden dabei ebenso behandelt wie dem Musizieren und der Musikkultur immanente Probleme (I hate Mozart, 2006). Ein weiteres Betätigungsfeld ist das „Recyclen“ historischer Musiken, die Lang im Rahmen des Werkzyklus’ Monadologie (49 Einzeltitel) mittels computergenerierter Verfahren Filter- und Mutationsprozessen unterzieht.
Sein Instrumentarium umfasst neben dem Ensemble klassischer europäischer Instrumente deren verstärkte und elektrifizierte Pendants (z. B. elektrische Viola) sowie gegeneinander mikrotonal verstimmte Ensemblegruppen. Lang setzt analoge und digitale Synthesizer, Keyboards und Rock-Instrumente (E-Gitarre, E-Bass, Drumset) genauso ein wie Plattenspieler, Rap, Gesang aus dem arabischen Sprachraum, Sprechtext und Live-Elektronik.
Sein Musiktheaterschaffen umfasst mittlerweile 16 Werke. 2017 entstand als Kompositionsauftrag der Wiener Festwochen (mit Vorstellungen am Theater an der Wien und bei den Berliner Festspielen) ParZeFool, der Thumbe Tornach Richard Wagners Parsifal und in der Regie von Jonathan Meese.
Bernhard Langs Der Reigen mit einem Libretto des Wieners Michael Sturminger, basierend auf dem weltberühmten Skandal-Stück des österreichischen Dramatikers Arthur Schnitzler wurde 2014 als Auftragswerk der Schwetzinger SWR Festspielen zur Uraufführung gebracht. Fünf Jahre später war es dann in Österreich als Koproduktion der Neuen Oper Wien mit den Bregenzer Festspielen und mit Vorstellungen im Wiener Museumsquartier im Rahmen von Wien Modern zu sehen. Im Jahr 2023 präsentierte das Stadttheater Klagenfurt die Uraufführung von Langs Oper Hiob für Gesang, Chor, Orchester und Jazztrio mit einem Libretto von Michael Sturminger nach dem bekannten Roman von Joseph Roth. Mit einer Art moderner Faust-Geschichte und ihrer literarisch und musikalisch komplexen und verdichteten Dora begeisterten Bernhard Lang und Autor Frank Witzel 2024 an der Staatsoper Stuttgart Publikum und Presse gleichermaßen.
Eine enge Zusammenarbeit verbindet den Komponisten mit dem ensemble intercontemporain, dem Ensemble Recherche, dem Klangforum Wien, der Ensemble Musikfabrik und dem Ensemble Mosaik sowie mit den Sägerinnen Sarah Maria Sun und Salome Kammer, dem Geiger Ilya Gringolts, dem Klarinettisten Gareth Davis und dem Kontrabassisten Uli Fussenegger.
Bernhard Lang erhielt neben weiteren 2008 den Musikpreis der Stadt Wien, 2014 den vom österreichischen Bundesministerium für Kunst und Kultur für außergewöhnliche künstlerische Leistungen verliehenen „outstanding artist award“ in der Kategorie Musik (Komposition) und zuletzt 2019 den Österreichischer Kunstpreis für Musik.
2003 wurde er als Professor für Komposition an die Kunstuniversität Graz berufen, diesen Lehrstuhl hatte er bis zu seiner Emeritierung 2022 inne.
2013/2014 führte ihn eine Gastdozentur für Komposition nach Luzern. Seit 2000 gab er außerdem zahlreiche Lectures: bei den Internationalen Ferienkursen Darmstadt, bei den Ostrava Days, bei Impuls Graz, an der Universität der Künste Berlin, an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie am Konservatorium der Stadt Wien, als Dozent zu Gast war er außerdem u. a. in München, Zürich, Basel, Oslo, Madrid, London und New York.
DW 31 Loops for Edgar Froese
ist eine weitere Hommage an einen Pionier der deutschen Elektronikszene: Edgar Froese, dem Frontman von Tangerine Dream. Das Stück arbeitet mit gesampelten Klängen aus einem Fazioli-Flügel, die gemeinsam mit Wolfgang Musil und seinen Studenten erforscht worden waren. Die beiden Pianist:innen arbeiten hier in virtuoser Interaktion mit einem superschnellen Playback-Track, wobei die differenten Loops den live gespielten Klängen im Inneren des Klaviers einen mechanischen Kontrapunkt entgegensetzen. (Bernhard Lang)
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