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Jakob Gruchmann (*1991 Salzburg) lernte zuerst Akkordeon, später Horn und begann bereits in seiner Kindheit zu komponieren (erste UA 2002). Durch eine Strafaufgabe im Musikunterricht herausgefordert, gründete er ein Klassenorchester und erregte Aufmerksamkeit mit seinen Kompositionsexperimenten. 2007 gewann er den 1. Preis bei Jugend komponiert im Wiener Konzerthaus.
Nach der Matura am Musischen Gymnasium Salzburg studierte er am Mozarteum und an der Kunstuniversität Graz. Er gewann Stipendien (u.a. Jahresstipendium des Landes Salzburg) und Kompositionspreise (u.a. Toru Takemitsu Composition Award). Er hat eine Professur für Komposition und Musiktheorie an der Gustav Mahler Privatuniversität in Klagenfurt am Wörthersee, wo er seit 2021 auch Vizerektor ist.
Wichtige Uraufführungen der letzten Jahre waren 2021 TEHOM (Tokyo Philharmonic Orchestra) und Caminata(Vorarlberger Symphonieorchester), 2022 die Ergänzung von Bachs verschollener Markus-Passion (BachWerkVokal) und die Orchestration der Fugue und Toccata aus Ravels Le Tombeau de Couperin (Mozarteumorchester Salzburg), 2023 die Sinfonietta für Streichorchester (The Van Swietens, St. Christopher Chamber Orchestra Vilnius) und das Schlagwerkkonzert EX SILENTIO IN SILENTIUM (Thomas Lechner), 2024 Streuung für Klavier (Kaori Nishii, Bella Schütz) sowie vergangenes Jahr Waldjagd bei Johann Strauss 2025 Wien und O Wisdom/O Morning Star (Jugendchor Österreich, Ensemble Vocalodie).
Meine Komposition Dickicht, ein Werk für Kammerensemble (Flöte/Bassflöte, Bassklarinette, Klavier, Violine und Violoncello), entstand im Jahr 2020 und wurde vom Ensemble NAMES uraufgeführt. Während des Kompositionsprozesses beschäftigte ich mich intensiv mit der Idee des Verschlungenen und des sich Entflechtens und Ent-wickelns. Das Stück arbeitet mit dem ständigen Weiterentwickeln einzelner Gesten, dem Herausentwickeln solistischer Elemente aus kollektiver Aktion, dem plötzlichen Hervortreten von bereits untergründig Existierendem sowie der dramaturgischen Verflechtung einzelner Klangfarbenfragmente. Sowohl in dichten, heftigen als auch ruhigen, intimen Passagen geht es mir in Dickicht um das Spiel mit kompositorischer Filigranität und Zerbrechlichkeit.
– Jakob Gruchmann