Maki Ishii

Biografie

Maki Ishii wurde 1936 in Tokio als Sohn des bekannten Tänzers und Choreografen Baku Ishii geboren, einem Wegbereiter des modernen Tanzes in Japan. Nach Studien in Komposition und Dirigieren in Tokio ging er 1958 nach Berlin und setzte seine Ausbildung an der dortigen Hochschule für Musik fort, unter anderem bei Josef Rufer und Boris Blacher. 1962 kehrte er nach Japan zurück, wurde 1969 vom DAAD erneut nach Berlin eingeladen. Von da an wirkte er sowohl in Europa als auch in Japan als Komponist und Dirigent.

Seine Werke wurden weltweit aufgeführt, Porträtkonzerte fanden unter anderem in Paris, Berlin, Genf, Tokio und Den Haag statt. 1997 war Ishii Künstlerischer Leiter des Chinesisch-Japanischen Festivals für zeitgenössische Musik in Peking. Seine Oper Tojirareta Fune (1999) wurde in Utrecht und Berlin uraufgeführt und 2000 in Tokio erstmals in Japan gezeigt. Große internationale Orchester spielten unter seiner Leitung seine Werke, darunter das Berliner Rundfunk-Sinfonieorchester und das Orchestre de la Suisse Romande. Besonders erfolgreich war sein Ballett Kaguyahime, das er zwischen 1988 und 1995 über 80 Mal dirigierte.

Stilistisch verband Ishii seit den späten 1960er Jahren europäische Avantgarde-Techniken mit Elementen traditioneller japanischer Musik. Werke wie Mono-Prism oder Sō-Gu zeigen seine eigenständige Klangsprache, in der westliche und japanische Instrumente gleichberechtigt aufeinandertreffen. Später bezog er auch chinesische Einflüsse ein.

Ishii erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrere bedeutende japanische Musikpreise und 1999 die Medal of Honor with Purple Ribbon vom japanischen Kaiser. Er starb am 8. April 2003 in Kashiwa nach kurzer schwerer Krankheit.

Werkbeschreibung

Thirteen Drums (1985) für einen Perkussionisten

Perkussionsmusik kann sehr vielfältig sein: Was die Schlag- und Spieltechniken betrifft und die auf dem breitgefächerten Instrumentarium erzeugten Klangfarben und -qualitäten.

In Thirteen Drums habe ich dieses Wissen beiseite gelassen, und ausschließlich Membranophone, Trommeln mit gespannter Haut, Fell o.ä. verwendet. Ich wollte die Aufmerksamkeit auf die dynamische Faszination von dreizehn Membranophonen lenken.

Ich habe mich für diese Instrumentenkombination entschieden, um eine transparente Wahrnehmung der Interaktion und Entwicklung zweier musikalischer Elemente zu ermöglichen: erstens einer einfachen rhythmischen Folge aus zwölf Sechzehntelnoten und zweitens eines unbestimmten Rhythmus, der am dreizehnten Schlag auftaucht. Damit demonstriere ich zwei zentrale Themen: die Rückkehr zum Wesentlichen dessen, was es bedeutet, Trommeln zu schlagen, und die Suche nach neuen Möglichkeiten für das Zusammenspiel von bestimmten und unbestimmten Rhythmen. (Maki Ishii)