Michael Wendeberg

Michael Wendeberg © Magdalena Höfner

Biografie

Für den Dirigenten und Pianisten Michael Wendeberg ist der Umgang mit dem Konzertrepertoire von Bach bis Boulez ebenso selbstverständlich wie die intensive Beschäftigung mit neuer und neuester Musik. Zum Beginn der Saison 2025/26 dirigiert er beim Festival Klangspuren Schwaz, ehe er mit der Wiederaufnahme von Vito Žurajs Blühen an die Oper Frankfurt zurückkehrt. In der zweiten Hälfte der Saison leitet er am Theater Dortmund die Uraufführung von Sarah Nemtsovs Wir (We), die in der Inszenierung von Eva-Maria Höckmayr auf die Bühne kommt. Daneben gastiert er mit dem Klangforum Wien in Tongyeong, dirigiert das Remix Ensemble in Porto sowie Zenders Winterreise mit Julian Prégardien und dem Ensemble Modern. Außerdem ist er mit Bartóks Der wunderbare Mandarin sowie Werken von Illés, Hren und Isabel Mundry erneut bei der Slowenischen Philharmonie in Ljubljana, Villach und Maribor zu Gast. Als Pianist führt er Anfang 2026 in Berlin das gesamte Solowerk von Johannes Brahms und Ende 2025 im Pierre Boulez Saal alle Solowerke von Pierre Boulez auf.

Als gefragter Gastdirigent arbeitete er unter anderem mit den Sinfonieorchestern des SWR, WDR und MDR, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, der Jungen Deutschen Philharmonie, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Asko|Schönberg Ensemble, dem Ensemble intercontemporain, der Birmingham Contemporary Music Group, der Sinfonietta Basel, dem Estonian National Symphony Orchestra und der Staatskapelle Berlin. 2022 gab Michael Wendeberg sein Debüt beim Tokyo Symphony Orchestra mit Debussys Jeux und der Uraufführung von Isabel Mundrys Violakonzert mit Nils Mönkemeyer. 2023 sprang er sowohl am Klavier als auch am Dirigentenpult für Daniel Barenboim ein, bei Konzerten mit Werken von Mozart, Boulez und Manoury mit dem Boulez Ensemble in Berlin und in der Pariser Philharmonie. Beim Lucerne Festival, der Münchner Biennale, dem Beethovenfest Bonn, den Bregenzer Festspielen, der Biennale von Venedig, dem ECLAT Festival Stuttgart, dem Ultraschall Festival Berlin, dem Festival Acht Brücken in Köln und bei Wien Modern war er mit verschiedenen Programmen zu Gast. Von 2011 bis 2018 war er directeur musical des Ensemble Contrechamps in Genf.

Michael Wendebergs Opernrepertoire reicht von Händels Orlando über Mozart, Beethoven, Donizetti, Verdi, Bizet, Puccini, Strauss, Wagner und Britten bis zu zahlreichen Uraufführungen. 2014 bis 2017 dirigierte er an der Staatsoper Berlin mehrere Serien der Zauberflöte sowie eine Neuproduktion von Aribert Reimanns Gespenstersonate. 2022 debütierte er an der Dresdner Semperoper mit der Uraufführung von Torsten Raschs Die andere Frau. Von 2016 bis 2023 war er als erster Kapellmeister an den Bühnen Halle (Saale) tätig, wo er 2020 bis 2022 auch als Chefdirigent der Oper wirkte. Er dirigierte dort Premieren etwa von Mozarts Don Giovanni, Strauss’ Ariadne auf Naxos, Brittens Ein Sommernachtstraum sowie Wagners Tristan und Isolde.

Michael Wendeberg studierte Klavier bei Markus Stange, Bernd Glemser, Stefan Litwin und Benedetto Lupo sowie Dirigieren bei Toshiyuki Kamioka. Schon während seiner Studienzeit arbeitete er als dessen Assistent an den Wuppertaler Bühnen. Es folgten Stationen am Nationaltheater Mannheim, am Luzerner Theater als Erster Kapellmeister sowie an der Staatsoper Berlin, wo er Daniel Barenboim und Gastdirigenten wie Pierre Boulez und Sir Simon Rattle assistierte. Als Pianist war Michael Wendeberg Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe und trat als Solist mit namhaften Orchestern unter Dirigenten wie Jonathan Nott, Marek Janowski und Daniel Barenboim auf. Von 2000 bis 2005 gehörte er als Pianist dem Ensemble intercontemporain an und arbeitete intensiv mit György Kurtág und Pierre Boulez zusammen. Dessen komplettes Klavierwerk führte er 2015 bei den Festtagen der Berliner Staatsoper sowie 2018 im Pierre Boulez Saal auf; Beim Berliner Label bastille erschienen CDs mit Michael Wendeberg sowohl als Pianist (Boulez‘ Klavierwerk, 2021) als auch als Dirigent (Sur Incises und Eclat-Multiples, 2025).