Nicolas Hodges

Nicolas Hodges © Eric Richmond

Biografie

Ein aktives und stetig wachsendes Repertoire, das Komponisten wie Beethoven, Berg, Brahms, Debussy, Schubert und Strawinsky umfasst, unterstreicht die herausragende Stellung des Pianisten Nicolas Hodges insbesondere im Bereich der zeitgenössischen Musik. Das Magazin Tempo schrieb: „Hodges ist ein erfrischender Künstler; er spielt die Klassiker, als wären sie gestern geschrieben worden, und das Gestern Geschriebene, als wäre es bereits ein Klassiker.“

Geboren in London und heute in Deutschland lebend, wo er eine Professur an der Musikhochschule Stuttgart innehat, begegnet Hodges den Werken klassischer, romantischer, des 20. Jahrhunderts sowie zeitgenössischer Komponist:innen mit demselben forschenden Geist. The Guardian bemerkte dazu: „Hodges’ Recitals wagen sich stets kühn dorthin, wo nur wenige andere Pianisten sich hintrauen – mit einer Energie, die mitunter kaum zu glauben ist.“

Nicolas Hodges’ Virtuosität und seine angeborene Musikalität verleihen ihm eine souveräne Beherrschung selbst extremster technischer Anforderungen und machen ihn zu einem bevorzugten Interpreten vieler der renommiertesten zeitgenössischen Komponist:innen. Die enge Zusammenarbeit mit so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie John Adams, Helmut Lachenmann und dem verstorbenen Karlheinz Stockhausen ist zentral für seine künstlerische Laufbahn. Zahlreiche bedeutende Komponist:innen haben Werke eigens für ihn geschrieben, darunter Thomas Adès, Gerald Barry, Elliott Carter, James Clarke, Francisco Coll, Hugues Dufourt, Pascal Dusapin, Beat Furrer, Isabel Mundry, Brice Pauset, Wolfgang Rihm und Miroslav Srnka. Eine besonders enge künstlerische Beziehung verband Hodges mit dem verstorbenen Sir Harrison Birtwistle, der ihn einmal als „mein Peter Pears“ bezeichnete.

Zu den jüngeren Höhepunkten zählen die Uraufführung von Simon Steen-Andersens preisgekröntem Klavierkonzert, die Premiere von Rebecca Saunders’ Lucerne-Festival-Auftragswerk to an utterance unter Enno Poppe sowie dessen deutsche Erstaufführung in der Elbphilharmonie unter Sylvain Cambreling. Ebenso spielte Hodges die Uraufführung von Variations from the Golden Mountains von Sir Harrison Birtwistle in der Wigmore Hall London. Darüber hinaus brachte er Gerald Barrys Klavierkonzert mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Peter Rundel zur Uraufführung sowie zur britischen Erstaufführung mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Thomas Adès. Auch die Uraufführung von Thomas Adès’ eigenem Klavierkonzert In Seven Days mit der London Sinfonietta gehörte dazu, gefolgt von weiteren Aufführungen mit dem London Symphony Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra und dem Chamber Orchestra of Europe.

Weitere bedeutende Auftritte umfassen die Uraufführung von Elliott Carters Dialogues für Klavier und Orchester mit der London Sinfonietta unter Oliver Knussen sowie die US-amerikanische und Berliner Erstaufführung mit dem Chicago Symphony Orchestra und den Berliner Philharmonikern unter Daniel Barenboim und die New Yorker Erstaufführung in der Carnegie Hall mit dem MET Orchestra. Bei den BBC Proms war Hodges mehrfach zu hören, unter anderem mit Messiaens Des canyons aux étoiles… unter Sakari Oramo und dem BBC Symphony Orchestra, nachdem er zuvor in derselben Saison Ligetis Klavierkonzert mit dem Orchester gespielt hatte, sowie mit der britischen Erstaufführung von Michael Finnissys Piano Concerto No. 2 mit der Britten Sinfonia.

Nicolas Hodges pflegt enge künstlerische Beziehungen zu zahlreichen führenden Orchestern und Ensembles weltweit. Dazu zählen regelmäßige Engagements mit Orchestern wie dem BBC Symphony Orchestra, dem Boston Symphony Orchestra, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem hr-Sinfonieorchester Frankfurt, dem London Philharmonic Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic, den Symphonieorchestern von Melbourne und Sydney, dem MET Orchestra, den New York Philharmonic, dem Orchestre Philharmonique de Luxembourg, dem Philharmonia Orchestra, dem San Francisco Symphony, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem St. Louis Symphony Orchestra, dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien, dem Tokyo Philharmonic Orchestra, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem WDR Sinfonieorchester Köln sowie Ensembles wie ASKO/Schoenberg, Birmingham Contemporary Music Group, Contrechamps Genève, International Contemporary Ensemble New York und dem Remix Ensemble Casa da Música Porto.

Zu den Dirigent:innen, mit denen Hodges regelmäßig zusammenarbeitet, gehören Thomas Adès, Daniel Barenboim, George Benjamin, Martyn Brabbins, Sylvain Cambreling, James Levine, Susanna Mälkki, Cornelius Meister, Jonathan Nott, Emilio Pomarico, David Robertson, Pascal Rophé, François-Xavier Roth, Peter Rundel, Jukka-Pekka Saraste, Pierre-André Valade, Ilan Volkov und Ryan Wigglesworth.

Als leidenschaftlicher Kammermusiker trat Hodges unter anderem in Berlin, Brüssel, Hamburg, Helsinki, London, Luzern, Madrid, Melbourne, New York, Paris, Rom, Salzburg, Straßburg, Stuttgart, Tanglewood, Tokio, Wien und Zürich auf. Er arbeitet regelmäßig mit dem Arditti Quartet, Adrian Brendel, Colin Currie, Ilya Gringolts, Anssi Karttunen, Michael Wendeberg und Carolin Widmann zusammen und war von 2013 bis 2025 Mitglied des Trio Accanto.

Seine umfangreiche Diskografie umfasst unter anderem Thomas Adès’ Klavierkonzert In Seven Days mit der London Sinfonietta unter Leitung des Komponisten (Signum Classics), zwei CDs mit Werken von Harrison Birtwistle sowie eine Live-Aufnahme von Luca Francesconis Klavierkonzert mit dem Orquestra Sinfónica Casa da Música. Beim Label Wergo erschienen vier Soloalben mit Werken von Walter Zimmermann, Brice Pauset, Rolf Riehm und Harrison Birtwistle – letzteres kombiniert mit Beethoven und einschließlich der Ersteinspielung der preisgekrönten Gigue Machine – sowie vier Alben mit dem Trio Accanto. Auf Bastille Musique veröffentlichte Hodges Einspielungen von Boulez’ Werken für zwei Klaviere mit Michael Wendeberg, von Dufourt sowie ein Recital mit Werken von Boucourechliev, Saunders, Clarke und Riehm, das mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde. Im November 2025 erscheint zudem ein neues Album mit Werken von Betsy Jolas (mit Anssi Karttunen, Violoncello). Zu den kommenden Veröffentlichungen zählen außerdem Soloalben mit Werken von Michael Finnissy (mit Carl Rosman) sowie Bill Hopkins.

www.nicolashodges.com