Tímea Urban

Tímea Urban © Dorota Holubová

Biografie

Die Komponistin wurde 1998 in Košice, Slowakei, geboren und lebt derzeit in Wien.

Ihre Ausbildung in Komposition erhielt sie an der Hochschule für Darstellende Künste in Bratislava sowie an der Universität Mozarteum Salzburg. Ihre kompositorische Praxis umfasst instrumentale und vokale Werke vom Solo bis hin zu größeren Ensemble- und Orchesterbesetzungen, einschließlich elektroakustischer Stücke und Musik für Performance.

Ihre Musik wurde bei Festivals in ganz Europa aufgeführt, wie etwa beim Prager Frühling, aspekteFESTIVAL Salzburg, ISCM World Music Days, Time of Music Viitasaari und Nouvelle Vague in der Philharmonie de Paris, unter anderem von Klangforum Wien, NAMES Ensemble, Ensemble Linea, Cantando Admont, Ensemble Multilatérale, Les Métaboles und weiteren Ensembles. Im Februar 2026 widmete ihr Philharmonia Prag ein Porträtkonzert bei seiner Reihe Contemporary Music Series.

Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit ist Tímea Dozentin für zeitgenössische Ästhetik, Methodik und Didaktik für Musiktheorie und unterrichtet am Staatlichen Konservatorium in Bratislava.

www.timeaurban.com

Werkbeschreibung

 Flut & doma für Stimme, Flöte, Posaune, Schlagwerk und Live-Elektronik (2026, UA)
Text: Stefan Schmitzer und Lukrez

In den letzten Monaten habe ich mich immer stärker kreativ mit dem Konzept von Halluzinationen beschäftigt – der Verschmelzung einer „realen“ und einer „verzerrten“ Realität sowie der Unfähigkeit, zwischen beiden zu unterscheiden. Meine Stücke sollen die eigene Position in der Gesellschaft (und das mögliche Schuldgefühl im Zusammenhang mit Privilegien, Nationalität, Reichtum, Frieden – „survivor’s guilt“) durch die Erfahrung einer (sonischen) Halluzination reflektieren, ohne sicher zu sein, ob diese Gedanken aus meinem oder aus dem verzerrten Geisteszustand stammen. Diese Themen liegen mir gerade besonders nahe angesichts der aktuellen politischen Situation (nicht nur) in meiner Heimat, die im vergangenen Jahrhundert mehrere totalitäre Regime durchlebt hat und momentan wieder Sympathien für eine autokratische Herrschaft zeigt – was sich gerade stark wie eine Halluzination anfühlt. (Tímea Urban)